
40 Jahre bis lebenslang für Mord an Tupac Shakur
Quellen (10)
- Mord an Tupac Shakur: Ex-Gang-Anführer Duane Davis muss für mindestens 40 Jahre ins Gefängnistagesspiegel.de
- Duane Davis sentenced to 40 years to life for the death of Tupac Shakur | CNNedition.cnn.com
- Tupac Shakur murder trial: Duane ‘Keffe D’ Davis sentenced to 40 years in prisonnbcnews.com
- Duane 'Keffe D' Davis Sentenced to 40 Years for Tupac Shakur's Murdervariety.com
- Strafmaß verkündet: 40 Jahre Haft für Mord an Tupac Shakur - news.ORF.atorf.at
- Duane ‘Keffe D’ Davis Gets 40 Years to Life for Murder of Tupac Shakurrollingstone.com
- Duane (Keffe D) Davis gets 40 years to life in prison for orchestrating murder of Tupac Shakur | CBC Newscbc.ca
- Mord an Tupac Shakur: Mindestens 40 Jahre Haft für "Keffe D"zdfheute.de
- Urteil im Mordfall Tupac Shakur: Duane Davis wegen Mordes an 2Pac schuldig gesprochen | taz.detaz.de
- Duane Davis lawyer plans to appeal Tupac Shakur murder convictionnbcnews.com
Richterin Kierny verhängte das Strafmaß am Dienstag in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada, wie der Tagesspiegel berichtet, rund sechs Wochen nachdem die Geschworenen ihn für schuldig befunden hatten. Dem heute 63 Jahre alten früheren Anführer der Southside Compton Crips wurden 731 Tage bereits verbüßter Haft auf die Strafe angerechnet.
Die Geschworenen hatten Davis nach weniger als drei Stunden Beratung des Mordes schuldig gesprochen; er hatte zuvor auf sein Recht verzichtet, das Strafmaß von der Jury selbst bestimmen zu lassen. Der Schuldspruch erging am 31. August 2026 in Las Vegas wegen Mordes ersten Grades, weil Davis nach Überzeugung der Geschworenen die Tötung Shakurs 1996 nahe dem Las Vegas Strip geplant hatte. Wie sich das Strafmaß genau zusammensetzt, wird unterschiedlich beschrieben: Laut NBC News enthält es einen Zuschlag von 20 Jahren für das Profitieren vom Mord, während Variety von 20 Jahren bis lebenslang für den Mord selbst und weiteren 20 Jahren bis lebenslang wegen des Einsatzes einer tödlichen Waffe berichtet.
Der jahrzehntelang ungelöste Fall
Fast drei Jahrzehnte blieb der Mord laut CNN ungeklärt: Eine Mordwaffe wurde nie gefunden, Ermittler hatten Schwierigkeiten mit schweigsamen Zeugen, die sich an den „Straßenkodex“ der Gangs hielten; mögliche physische Beweise verschwanden mit den Jahren. Laut NBC News stand Davis’ Rolle an der Ermordung in Las Vegas fast 30 Jahre im Mittelpunkt eines Rätsels, das Rapfans, Krimiexperten und Verschwörungstheoretiker faszinierte. Neue Beweise kamen laut CNN hinzu, als Davis selbst in Interviews, Dokumentationen und Podcasts offen über seine Beteiligung sprach und 2019 Memoiren mit seiner Version der Ereignisse veröffentlichte. In seinem Buch „Compton Street Legend“ bezeichnete er sich als „shotcaller“ der South Side Crips. Nach Angaben der Polizei, wie der Tagesspiegel berichtet, brachten am Ende unter anderem Davis’ eigene Worte die Untersuchungen weiter.
Tatnacht beim Tyson-Kampf
Shakur und Davis waren am 7. September 1996 im MGM Grand, um den Boxkampf zwischen Mike Tyson und Bruce Seldon zu sehen. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Davis habe als hochrangiges Mitglied der Southside Compton Crips die Schüsse als Vergeltung für eine vorherige Auseinandersetzung zwischen Shakurs Begleitern und seinem Neffen Orlando Anderson organisiert. Davis und seine Gruppe seien danach auf die Suche nach Shakur gegangen und hätten ihn auf dem Beifahrersitz eines schwarzen BMW nahe dem Strip gefunden, erklärten die Staatsanwälte im Schlussplädoyer. Vier Kugeln trafen Shakurs Körper, eine zerstörte seine Lunge; er starb sechs Tage später am 13. September.
Zweifel an den Beweisen
Physische Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war, gab es im Verfahren nicht. Sein Verteidiger Michael Sanft stellte Davis als Lügner und Angeber dar, der viele Dinge erfunden habe, um daraus Kapital zu schlagen. Die Verteidigung erklärte laut ORF, es gebe außer Davis’ eigenen Aussagen keinerlei Beweise, die ihn mit der Tat in Verbindung brächten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Davis habe durch die Veröffentlichung seines Buches seine frühere Vereinbarung mit der Polizei faktisch außer Kraft gesetzt, nach der er im Austausch für eine mögliche mildere Strafe wegen Drogenvorwürfen Informationen liefern sollte, die nicht gegen ihn verwendet werden konnten.
Davis kündigt Berufung an
Davis, der in Handschellen vor Gericht erschien, kündigte gemeinsam mit seinem Anwalt an, in Berufung zu gehen. Auf die Frage der Richterin, ob er vor der Verkündung noch etwas sagen wolle, antwortete er laut Rolling Stone: „No, I’m good. I’m going to appeal this case, for sure.“ Vor der Strafverkündung sagte Richterin Kierny, man dürfe einem Menschen nicht sein Leben und seine gesamte Zukunft nehmen und einfach davonkommen, besonders wenn dieser Mensch Tupac Shakur sei. Shakurs Schwester Sekyiwa Shakur berichtete, der Verlust ihres Bruders habe ihre Familie lange emotional und psychisch beeinträchtigt; sie habe unter Depressionen, Suizidgedanken und Trauma gelitten und beide ihre Kinder seien in ihrer Trauer aufgewachsen. Shakurs Stiefbruder Maurice „Mopreme“ Shakur bezeichnete den Tod als verheerend und herzzerreißend für die Familie und zahlreiche Fans.
Ein Angeklagter im Fall Shakur
Davis bleibt die einzige Person, die jemals wegen Shakurs Tod angeklagt wurde; der Rapper war bei seinem Tod 25 Jahre alt. Shakurs Tod löste laut NBC News einen Bandenkrieg in Compton aus; sechs Monate später wurde der New Yorker Rapper Christopher Wallace alias Notorious B.I.G. getötet; in dessen Todesfall wurde bis heute niemand angeklagt oder verurteilt. Clark Countys Bezirksstaatsanwalt Steve Wolfson erklärte laut CBC News, seiner Behörde fehlten ausreichende Beweise, um weitere Personen anzuklagen, doch bei neuen Informationen könne das Büro zusätzliche Anklagen erwägen.
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