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Wirtschaft
Inflation auf 2,7 Prozent: Der erste Energieschock seit zwei Jahren

Inflation auf 2,7 Prozent: Der erste Energieschock seit zwei Jahren

Diesel verteuerte sich im März um 22,6 Prozent, Heizöl um 44 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigt: Die Inflation stieg auf 2,7 Prozent, den höchsten Stand seit Januar 2024. Treiber ist allein der Energiepreisanstieg durch den Iran-Krieg.

10. April 2026, 13:05 Uhr 681 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Seit dem Beginn der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran hat sich der Energiemarkt fundamental verändert. Das spüren deutsche Verbraucher jetzt in den Zahlen: Die Inflationsrate stieg im März 2026 auf 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute bestätigt. Es ist der höchste Wert seit Januar 2024, als die Rate noch bei 2,9 Prozent lag. Im Februar hatte die Inflation noch 1,9 Prozent betragen. Einen Anstieg von 0,8 Prozentpunkten in einem einzigen Monat hatte Deutschland zuletzt während der Energiekrise 2022 erlebt.

Was genau teurer wird

Der Anstieg ist nahezu vollständig auf Energie zurückzuführen. Energiepreise stiegen im März um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, der erste Jahresanstieg seit Dezember 2023. Innerhalb dieser Kategorie trifft es Kraftstoffkäufer und Ölheizer besonders hart: Benzin und Diesel verteuerten sich um rund 20 Prozent, Diesel speziell um 22,6 Prozent. Leichtes Heizöl kostet 43 bis 44 Prozent mehr als im März 2025.

Alle anderen Preisgruppen blieben dagegen auffällig stabil. Nahrungsmittel verteuerten sich nur um 0,9 Prozent, die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt weiter bei 2,5 Prozent, wo sie seit Jahresbeginn verharrt. Rechnet man Heizöl und Kraftstoffe aus der Inflationsrate heraus, verbleiben 2,0 Prozent. Das bedeutet: Wer kein Auto fährt und nicht mit Öl heizt, spürt den Anstieg kaum. Wer beides tut, zahlt deutlich mehr.

Destatis-Präsidentin Ruth Brand erklärte zur Veröffentlichung: „Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert.“

Der Zusammenhang mit der Straße von Hormuz

Der Iran-Krieg begann am 28. Februar 2026 mit US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen. Wenige Tage danach sperrte Iran die Straße von Hormuz, durch die normalerweise 120 bis 140 Tanker pro Tag fahren und rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportieren. Der Brent-Rohölpreis reagierte sofort: von rund 75 Dollar vor dem Krieg auf über 110 Dollar Ende März.

Deutschland importiert kein Öl aus Iran, ist aber wie alle anderen Länder dem globalen Ölpreis ausgesetzt. Die Raffinierkosten und damit die Zapfsäulenpreise steigen mit dem Rohölpreis. Der zwischenzeitlich vereinbarte Waffenstillstand vom 7. April hat die Hormuz-Meerenge bislang nicht geöffnet. Iran setzt weiterhin Transitgebühren durch. Solange das anhält, bleibt der Rohölpreis erhöht.

Was das für Haushalte bedeutet

Ein durchschnittlicher Haushalt mit Auto und Ölheizung zahlt im März 2026 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts monatlich rund 68 Euro mehr als im März 2025, allein durch die Energieverteuerung. Für Pendler mit langen Arbeitswegen liegt die Mehrbelastung noch höher. Kanzler Merz hatte vergangene Woche eine Erhöhung der Pendlerpauschale auf 45 Cent ins Gespräch gebracht. Die SPD-Fraktion lehnte das ab.

Für Unternehmen, die auf Logistik und Transport angewiesen sind, verschärfen sich die Kosten ebenfalls. Die Industrie- und Handelskammern haben bereits auf steigende Betriebskosten hingewiesen, besonders in energieintensiven Branchen wie Chemie, Papier und Glas.

Was folgt

Die Europäische Zentralbank hatte im März weitere Zinssenkungen signalisiert, in der Erwartung einer weiter sinkenden Inflation. Die März-Zahlen aus Deutschland, ähnliche Werte werden aus anderen Euroländern erwartet, könnten diesen Kurs bremsen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat bislang nicht kommentiert, ob der Energiepreisschock als vorübergehend eingestuft wird. Der nächste EZB-Zinsentscheid ist für den 17. April angesetzt. Sollte die Hormuz-Blockade bis dahin nicht aufgelöst sein, dürfte die Diskussion über Zinssenkungen deutlich komplizierter werden. Die April-Inflationsdaten für Deutschland veröffentlicht Destatis voraussichtlich Ende April.

KI-gestützt erstellt

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