Elektroautos: 66 Prozent mehr Neuzulassungen im März
Deutschlands Automarkt erlebt einen Elektroschub, der selbst Optimisten überrascht. Im März 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 70.663 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen, ein Anstieg von 66,2 Prozent gegenüber März 2025. Der Marktanteil reiner E-Autos erreichte damit 24,0 Prozent und lag erstmals über dem der Benziner, die auf 22,8 Prozent zurückfielen. Im gesamten ersten Quartal wurden 159.630 batterieelektrische Fahrzeuge registriert, 41,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die neue Förderung als Katalysator
Wesentlicher Treiber des Anstiegs ist das neue E-Auto-Förderprogramm der Bundesregierung, das seit dem 1. Januar 2026 gilt. Das Bundesumweltministerium stellt insgesamt drei Milliarden Euro bereit, die für geschätzt 800.000 Fahrzeuge bis 2029 reichen sollen. Das Programm unterscheidet sich grundlegend von seinem Vorgänger: Es ist sozial gestaffelt. Nur Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 80.000 Euro sind antragsberechtigt, die Grenze steigt um 5.000 Euro pro Kind.
Die Förderhöhe variiert je nach Einkommen und Familiengröße. Die Basisförderung beträgt 3.000 Euro für batterieelektrische Fahrzeuge und 1.500 Euro für Plug-in-Hybride. Haushalte mit einem Einkommen unter 60.000 Euro erhalten einen Aufschlag von 1.000 Euro, unter 45.000 Euro kommen weitere 1.000 Euro hinzu. Pro Kind steigt die Prämie um 500 Euro, maximal um 1.000 Euro. In der Spitze sind damit bis zu 6.000 Euro Zuschuss möglich.
Warum die soziale Staffelung wirkt
Als die vorherige Kaufprämie im Dezember 2023 abrupt endete, brach der E-Auto-Absatz ein. Das Jahr 2024 wurde zum verlorenen Jahr der Elektromobilität in Deutschland: Die Neuzulassungen sanken um 27 Prozent. Kritiker bemängelten, dass die alte Prämie vor allem von Dienstwagenflotten und einkommensstarken Haushalten genutzt worden war.
Das neue Programm adressiert genau dieses Problem. Durch die Einkommensgrenzen erreicht die Förderung gezielt Haushalte, für die der Preisunterschied zwischen Verbrenner und E-Auto bisher die größte Hürde darstellte. Das Online-Antragsportal soll im Mai 2026 freigeschaltet werden. Die Förderung gilt rückwirkend für alle Neuzulassungen seit dem 1. Januar.
Der Gesamtmarkt wächst mit
Auch der Gesamtmarkt profitiert: Im März 2026 wurden insgesamt 294.161 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Verband der Automobilindustrie hatte für 2026 rund 2,85 Millionen Neuzulassungen prognostiziert, ein leichter Anstieg gegenüber 2025. Die starken Elektro-Zahlen des ersten Quartals deuten darauf hin, dass diese Prognose übertroffen werden könnte.
Ausblick
Das KBA veröffentlicht die Neuzulassungszahlen für April Anfang Mai. Branchenbeobachter erwarten eine Fortsetzung des Trends, insbesondere weil das Antragsportal für die Förderung dann online sein dürfte und die Kaufentscheidungen zusätzlich beschleunigt. Der ADAC rechnet damit, dass der Marktanteil reiner E-Autos bis Jahresende stabil über 25 Prozent liegen wird.